Finanzministerium Wien 2006-2012

 

Generalsanierung:

Das ehemalige Winterpalais des Prinzen Eugen sowie das daran angrenzende Palais Questenberg-Kaunitz und weitere Gebäude werden bereits seit über 150 Jahren als Finanzministerium genutzt. Um dieses bauhistorisch bedeutende, denkmalgeschützte Gebäudeensemble trotz seiner Beanspruchung durch dauerhafte Benutzung auch zukünftig zu erhalten wird der gesamte Komplex seit 2007 generalsaniert und den Anforderungen seiner Nutzung entsprechend modernisiert.

 

Technik:

Die Gebäude werden mit modernster Technik ausgestattet. Die Aufgabe unserer Planungsleistung bestand nicht nur darin, die Haus- und Elektrotechnik zu planen, sondern die TGA-Planung auf die bauhistorisch bedeutenden, denkmalgeschützten Gebäude abzustimmen. Der wesentliche Unterschied zu einer Standard-TGA-Planung ist, dass bei einem Neubau die erforderlichen HKLSE-Steigschächte und HKLSE-Technikräume nach den erforderlichen Angaben der TGA-Planung erfolgen und umgesetzt werden können. Bei diesem Bauvorhaben müssten die HKLSE-Steigschächte und HKLSE-Technikräume auf die bauhistorisch bedeutenden, denkmalgeschützten Gebäude abgestimmt werden. Diese Herausforderung, trotz aller Schwierigkeit in der Definierung und Platzierung der HKLSE-Steigschächte und HKLSE-Technikräume, eine moderne TGA-Ausstattung in diesem Gebäude unterzubringen, bestätigt die technische Kompetenz und Ausdauer unserer Planungsleistungen.

 

 

HAUSTECHNIK

 

Kälteversorgung:

Die Kälteversorgung der Gebäude erfolgt von einer Kältezentrale mit 1,5 MW. Für diese Kältezentrale mit 1,5 MW wurde im Palais Questenberg der Innenhof unterkellert. In dieser neuen Unterkellerung ist die neue Kältezentrale untergebracht, sowie die neue Trafostation, bestehend aus zwei Trafos 800kVA, für die Energieversorgung der neuen Kältezentrale und für das Palais Questenberg.

Die Kälte wird über die Kellergeschosse, ausgehend vom Kältehauptverteiler zu den Kältegebäudeverteilern über ein neu errichtetes Kältenetz verteilt. Das Kältenetz unterscheidet sich in zwei Kategorien/Bereiche. Es wurden zwei Kältenetze geplant, einmal für die Komfort-Kälte und einmal für die EDV-Kälte.

Die Planung erfolgte in engster Zusammenarbeit mit der Fernwärme Wien, welche beabsichtigt die Kältezentrale (Kälteerzeugung) zu übernehmen und zu betrieben.

Die Rückkühler der Kältezentrale wurden im Dachbereich mit erhöhtem Schallschutz (Wien, I. Bezirk) untergebracht. Die Ausführung der Rückkühler hinsichtlich Schallschutzes wurde durch einen Sachverständigen für Bauphysik (Schallschutz) begleitet.

Die Kältezentrale mit 1,5 MW wurde beim Magistrat der Stadt Wien durch uns eingereicht und für die Ausführung freigegeben.

 

Heizungsversorgung:

Die Versorgung erfolgt über die neu errichtete Fernwärmestation der Fernwärme Wien. Unsere Planungsleistungen beinhaltet auch, die Umverlegung der Primärleitungen der bestehenden Fernwärmeleitungen zur neuen Fernwärmestation der Fernwärme Wien, sowie die Anbindungsleitungen (Sekundärleitungen) zu weiteren Gebäuden. Die Fernwärmestation der Fernwärme Wien ist eine Gebietsumformerstation. Die Gebietsumformerstation hat eine Leistung von ca. 4,0 MW.

Die Wärme wird über die Kellergeschosse, ausgehend vom Wärmehauptverteiler zu den Wärmegebäudeverteilern über ein neu errichtetes Leitungsnetz verteilt.

 

Lüftung:

Die Lüftung unterteilt sich in mehrere Bereiche wie:

- Kellerlüftung

- Kellerlüftung mit erhöhter Anforderung (Entfeuchtung)

- Innenzone

- Denkerzellen

- Besprechungsräume

- Pressezentrum (Sala Terrena)

- Veranstaltungsräume

- Bibliothek

- Prunkräume

 

Kellerlüftung:

Die Kellerlüftung erfolgt über Lüftungsauslässe/Lüftungsgitter.

 

Kellerlüftung mit erhöhter Anforderung (Entfeuchtung):

Die Kellerlüftung erfolgt über Lüftungsauslässe/Lüftungsgitter. Zusätzlich sind in der Lüftung Nachkühler und Nachheizer eingebaut.

 

Innenzonen:

Die Lüftung der Innenzonen erfolgt über Schlitzauslässe.

 

Denkerzellen:

Die Lüftung der Denkerzellen erfolgt über Schlitzauslässe.

 

Besprechungsräume:

Die Lüftung der Besprechungsräume erfolgt über Schlitzauslässe.

 

Pressezentrum (Sala Terrena):

Die Lüftung erfolgt über Quellauslässe im Fußboden. Für die Quellauslässe im Fußboden wurden Sonderlösungen für historische Bereiche geplant.

 

Veranstaltungsräume:

Die Lüftung erfolgt über Quellauslässe in der abgehängten Decke.

 

Bibliothek:

Die Lüftung (Zuluft) erfolgt über Quellauslässe im Fußboden. Für die Quellauslässe im Fußboden wurden Sonderlösungen für historische Bereiche geplant. Die Abluft erfolgt über Luftsäulen. Für die Luftsäulen wurden Sonderlösungen für historische Bereiche geplant.

 

Prunkräume:

Die Lüftung in den Prunkräumen erfolgt über Quellluftauslässe in den Wänden. Die Luftleitungsführungen wurden über bestehende Kamine realisiert. Für die Quellauslässe in den Wänden wurden Sonderlösungen für historische Bereiche geplant.

 

Luftleistung:

Die gesamte geplante Luftmenge beträgt ca. 95.000 m³ pro Stunde.

 

 

ELEKTROTECHNIK

 

Energieversorgung:

In der Himmelpfortgasse 8B wird eine neue Trafostation errichtet. Die Trafostation wird im 02. Untergeschoss (Einbringöffnung im Gehsteig) im Raum H8B.K204 Traforaum ausgeführt und ist eine Gebietstrafostation. Die bestehende Trafostation im Erdgeschoss wird aufgelassen.

Die neue Trafostation besteht aus:

- Trafo 1: Trafo für die Versorgung der umliegenden Nachbarhäuser mit 800 kVA

- Trafo 2: Trafo für die Versorgung der Häuser Himmelpfortgasse 6 + 8B mit 800 kVA

- Trafo 3: Trafo für die Versorgung der Häuser Himmelpfortgasse 8 + 8A mit 800 kVA

 

In der Johannesgasse muss eine neue Trafostation errichtet werden. Die Station wird im 01. Untergeschoss (Einbringöffnung im Hof Questenberg) im Raum J5.K138 Traforaum ausgeführt.

Die neue Trafostation besteht aus:

- Trafo 1: Trafo für die Versorgung der Häuser Johannesgasse 5 + 5A mit 800 kVA

- Trafo 2: Trafo für die Versorgung der Kältezentrale mit 800 kVA

 

 

Installation:

Sofern es aus bautechnischen Gründen möglich ist, werden in den Gängen Zwischendecken installiert. Die horizontale Versorgung erfolgt über Kabeltrassen, die in vorgegebenen Höhen montiert werden. Ansonsten erfolgen die Verkabelungen über Bodenkanäle (Unterflurkanäle und Boden- bzw. Zugdosen.

 

 

Beleuchtung:

Für die Gebäude wurden je nach Anwendung und Erfordernis verschiedene Beleuchtungssysteme geplant.

- Beleuchtung für Büroräume, Besprechungsräume, Denkerzellen

- Beleuchtung für Veranstaltungsräume

- Beleuchtung für historische Räume (Prunkräume)

- Beleuchtung für historische Höfe – Sonderleuchten

- Beleuchtung für die Erschließungszonen – Sonderleuchten

- Beleuchtung für Verkehrswege

 

 

Not- und Sicherheitsbeleuchtung:

Die Objekte werden mit einer Gruppen- und Zentralbatterieanlage gemäß ÖNORM EN 1838 ausgeführt. Damit ist gewährleistet, dass im Brandfall die Fluchtwege auch bei Stromausfall ausreichend beleuchtet werden und der Flüchtende sicher zum vorgesehen Ausgangspunkt bzw. ins Freie (bis zu den öffentlichen Verkehrsflächen) geführt wird. Durch die dementsprechende Leuchtenanordnung wird dem Flüchtenden die Fluchtrichtung gut erkennbar gemacht.

 

 

USV-Anlage:

Es werden mehrere unabhängige USV- Anlagen in den Größen zwischen 40-60 kVA zur kurzfristigen Überbrückung bei Stromausfällen, für folgende Bereiche errichtet:

• EDV-Hauptverteiler- und Stockwerksverteilerräume

• Einzelne gesicherte Arbeitsplätze

• Telefonanlage

• Zentralen der Gebäudeleittechnik

• MSR- Steuerung

• Zutritts-, Schleusen- und Toranlagen

• Gegensprechanlagen

• Videoüberwachungsanlagen

• Alarmanlagen

• Portierlogen

 

 

Notstromanlage:

Es wird ein Notstromaggregat mit einer Leistung von 570 kVA zur langfristigen Überbrückung bei Stromausfällen, für folgende Bereiche errichtet:

• EDV-Hauptverteiler- und Stockwerksverteilerräume

• Einzelne gesicherte Arbeitsplätze

• Telefonanlage

• Zentralen der Gebäudeleittechnik

• Aufzüge

• Kältemaschine und Klimageräte für die EDV- Kühlung

inklusive MSR-Schränke, Pumpen, Regelventile etc.

• Zutritts-, Schleusen- und Toranlagen

• Gegensprechanlagen

• Videoüberwachungsanlagen

• Alarmanlagen

• Brandmeldeanlage

• Portierlogen

• Not- und Sicherheitsbeleuchtungsanlage

• BRE- Anlagen

• Hebeanlagen

• Drucksteigerungsanlage für die erste Löschhilfe

 

 

EDV- und Netzwerkverkabelung:

Die Versorgung der Arbeitsplätze (ca. 1.200 Arbeitsplätze) erfolgt über LWL-Verrohrungen mit eingeblasenen LWL-Fasern. Die Druckerstationen, WLAN-Geräte, Besucherleitsystem, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Medientechnik, LON-Bus, etc. erfolgen in CAT6A –Technik.

 

Besucherleitsystem:

Für die Führung der Besucher durch das Gebäude wird ein Besucherleitsystem über Leitmonitore (ca. 200 Leitmonitore) ausgeführt. Über einen Laser bei den einzelnen Leitmonitoren kann der aktuelle Standort des Besuchers lokalisiert werden.

 

 

Medientechnik:

In den Besprechungsräumen und Veranstaltungsräumen wird je nach Anforderung eine medientechnische Ausstattung ausgeführt. Die Herstellungskosten für die medientechnische Ausstattung beträgt ca. 1.200.000 Euro.

 

 

Buchungssystem:

Über ein Buchungssystem, welches mit Outlook kompatibel ist, können sämtliche Besprechungsräume und Veranstaltungsräume gebucht werden.

 

 

Sicherheitstechnik:

Das Gebäude wird mit einer Videoüberwachungssystem und Zutrittskontrolle im Wert von ca. € 1.200.000 ausgestattet. Der wesentliche Unterschied zu modernen Gebäuden ist, dass viele historische Türen, historische Tore, und historische Prunkraumtüren in das Zutrittskontrollsystem eingebunden werden und Sonderlösungen mit dem Architekturbüro erarbeitet und realisiert werden.

 

 

IP-TV:

Über die EDV-Arbeitsplätze kann die Anwendung für das IP-TV freigeschaltet werden. Die TV-Signalisierung erfolgt über die strukturierte EDV- und Netzwerkverkabelung.

 

 

LON-Bus:

Die gesamte Licht-, Beschattung-, Sonnenschutz- und Fan Coil-Steuerung erfolgt über den LON-Bus. Es werden ca. 20.000 Teilnehmer im LON-Bussystem integriert.